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Ausfallursache psychische Probleme

Psychische Probleme am Arbeitsplatz. Great Growing Up macht Mitarbeiter resistent.

Die Zahl der Ausfälle nimmt zu

Die AOK schlägt Alarm. Unternehmen stehen vor einer Herausforderung: die Zahl der Arbeitsausfälle wegen der Diagnose  „psychische Probleme“ ist in den vergangenen Jahren überproportional gestiegen. Vor gerademal drei Monaten hatte die Techniker Krankenkasse (TKK) eine Studie mit dem gleichen Ergebnis veröffentlicht. Damals standen vor allem junge Mitarbeiter im Fokus. Die AOK sieht den höchsten Zuwachs dagegen bei ihren älteren Kollegen, heißt es am 15. September 2017 in einem Bericht der dpa.

Erschreckende Zahlen

Die nackten Zahlen sind in der Tat erschreckend: Allein in den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Arbeitsausfälle wegen der Ursache psychische Probleme in allen Altersgruppen um 79,3 Prozent gestiegen, meldet die AOK.  Die TKK kam im Sommer auf einen Gesamtanstieg von 88 Prozent seit dem Jahr 2000. In der jetzt vorgestellten Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO) heißt es: Der Anteil der 50- bis 65-Jährigen mache dabei beinahe zwei Drittel aus.

Psychische Probleme – Die Ursachen

Psychische Probleme. Great Growing Up trainiert Mitarbeiter im Umgang mit Krisen.
Psychische Probleme machen sich früher oder später am Arbeitsplatz bemerkbar.

Die Ursachen der psychisch bedingten Arbeitsausfälle laut WidO sind besonders aufschlussreich: Auf Platz eins rangieren Konflikte im privaten Umfeld mit 16 Prozent. Schwerkranke Angehörige folgen mit zwölf Prozent, danach finanzielle Probleme mit elf Prozent.

Die AOK erkennt an, dass es in vielen Betrieben durchaus Angebote für Menschen in persönlichen Krisensituationen gibt:  Gespräche mit Vorgesetzten etwa, flexible Arbeitszeiten oder Sonderfreistellungen im Bedarfsfall. Als Beispiel wird die Deutsche Bahn genannt. Die bietet ihren Lokführern ein Betreuungsprogramm, wenn diese beispielsweise einen Selbstmörder überfahren haben.

Probleme im privaten Bereich

Weil die Zahlen aber dennoch steigen, fordert der AOK-Bundesverband Unternehmen auf, „ihr Gesundheitsmanagement für Mitarbeiter in Lebenskrisen zu verbessern“, heißt es heute in der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung. Wie das geschehen soll, verrät der Artikel nicht. Er deutet es nur ganz zart an: „Prävention“ heißt es in einer Zwischenüberschrift.  Wie sie konkret aussehen kann, verrät der Text nicht. Und das ist bedauerlich.

Krisen sind Teil des Lebens

Prävention bedeutet Vorbeugung. Es liegt auf der Hand, dass es bei betrieblicher Prävention nicht darum gehen kann, Mitarbeiter vor Lebenskrisen im privaten Umfeld zu bewahren. Das kann sie gar nicht leisten. Vielmehr geht es darum, anzuerkennen, dass Krisen fester Bestandteil menschlicher Lebensläufe sind. Genauso wie Konflikte und psychische Probleme.

Privat oder beruflich spielt keine Rolle

Das gilt sowohl fürs private wie auch fürs berufliche Leben. Deshalb tun Unternehmen gut daran, ihre Mitarbeiter auf den Umgang mit dem vorzubereiten, was unvermeidlich ist: Früher oder später wird jeder Mensch mit Herausforderungen konfrontiert. Ob es sich dabei um private oder berufliche Krisen, Konflikte oder Probleme handelt, ist irrelevant. Denn dass die AOK-Studie die Ursachen ausschließlich im privaten Bereich verortet, macht für Unternehmen keinen Unterschied: ob private oder berufliche Probleme – beides führt immer mehr dazu, dass Mitarbeiter ausfallen.

Lösungsansätze

Wie so eine Vorbeugung aussehen kann, zeigen Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in sogenannten weichen Kompetenzen schulen. Der Begriff ist irreführend, denn in der Realität geht es darum, Mitarbeitern zu vermitteln, was zu tun ist, wenn es hart auf hart kommt. Was mache ich, wenn mein Vorgesetzter mich ungerecht behandelt? Wie gehe ich mit dem Ärger um, der sich in mir aufstaut? Was mache ich mit dieser großen Trauer darüber, dass mein Vater gestorben ist? Wie gehe ich damit um, dass mein Azubi für alles eine Ausrede findet? Wie komme ich damit klar, dass mein Kollege völlig anderer Meinung ist als ich?

Beziehungsfähig = krisenfest

Der konstruktive Umgang mit Krisen, Konflikten und Problemen gelingt in der Regel nur über den Umgang mit Menschen. Ich muss mich mit meinem Kontrahenten auseinandersetzen oder mit jemanden, der mir helfen kann. Und vor allem mir selbst. Dazu brauche ich eine ganz spezifische Qualität: emotionale Intelligenz. Ich muss in der Lage sein, meine Emotionalität wahrzunehmen und zu benennen. Ich muss sie akzeptieren.

Emotionalität wahrnehmen

Psychische Probleme am Arbeitsplatz. Great Growing Up trainiert den Umgang mit Krisen.
Lebenskrisen sind oft Ursachen für psychische Probleme am Arbeitsplatz.

Solange ich beispielsweise meinen Ärger über den ungerechten Chef verdränge, wird er meinen Umgang mit ihm beeinflussen – und zwar störend. Erst wenn Mitarbeiter lernen, ihre eigene Emotionalität wahrzunehmen, sind sie in der Lage, zwischen gefühlter und sachlicher Wahrnehmung zu unterscheiden. Dass sie zudem lernen, sowohl die Emotionalität ihres Gegenübers wahrzunehmen als auch verantwortlich zu kommunizieren, macht sie letztlich beziehungsfähig.

Akzeptieren, was zu akzeptieren ist

Beziehungsfähigkeit, also das Vermögen, selbst wahrhaftig und unverstellt aufzutreten, ermöglicht es Menschen, mit Krisen, Konflikten und Problemen verantwortlich umzugehen. Was nichts anderes bedeutet, als sie als Teil des Lebens zu akzeptieren und Antworten auf eine simple Frage zu suchen: Was tue ich, damit es mir, den Menschen um mich herum und dem Unternehmen besser geht? Diese Frage spiegelt Verantwortlichkeit wider. Ich kenne nichts das besser gegen psychische Probleme wirksamer ist.

Verdrängen macht krank

Mitarbeiter, die nicht darin trainiert sind, den Umgang mit Krisen, Konflikten und Problemen als Teil ihrer persönlichen Entwicklung zu betrachten, tun sich schwer damit, konstruktive Lösungen zu entwickeln. Sie fressen Ärger in sich hinein, verdrängen ihre Trauer, gehen Konflikten aus dem Weg, lassen sich mobben – und werden psychisch krank. Sie haben dann psychische Probleme, früher oder später fallen sie aus.

Mangel schafft Notwendigkeit

Wer den Fachkräftemangel betrachtet, wird kaum nachvollziehen können, warum es immer noch Unternehmen gibt, die psychische Erkrankungen verharmlosen, so wie in der Karikatur der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung. „Ist es was Anständiges oder bloß so ein Psychogedöns!?“, fragt der Personalchef, als er von der Krankmeldung eines Mitarbeiters erfährt. Die Unterscheidung muss man sich leisten können.

Training zahlt sich aus

Wer sich das nicht leisten will und seine Mitarbeiter stattdessen gezielt im Umgang mit Konflikten, Krisen und Herausforderungen trainieren will, findet bei Great Growing Up das passende Angebot. So vermeiden Sie und Ihre Mitarbeiter psychische Probleme. Am besten einfach hier Kontakt aufnehmen: Mitarbeiter trainieren.

Unternehmen wollen wachsen. Menschen auch.

Matthias Stolla © 2017

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